Litfaßsäule

Überhaupt waren es die Turner, die den Lehren und Ideen des unvergesslichen Turnvaters „Jahn" folgend, zahlreiche Interessenten für ihre sportlichen Aktivitäten gewinnen konnten und die Gründung von Sportvereinen auf breiter Ebene ermöglichten. In Freienohl waren es im Jahre 1888 u.a. Fritz Düring, Franz Rocholl, Josef Siepe, Fritz Storm und Johann Köster, die zu den Vereinsgründern des Turnvereins zählten.

Die Reihen der Turner füllten sich mit zahlreichen sportbegeisterten Jugendlichen aller Altersklassen. Mit der unermüdlichen Aufbauarbeit und dem sportlichen Leben sowie glanzvollen Siegen sollten für den jungen Verein auch nachstehende verdienstvolle Sportkameraden unvergessen bleiben, u.a. Fritz Feldmann, Julius  Helnerus, August Schwefer, Georg Neise, Alois Düring, Josef Weber, Norbert Lichte, Theodor Mester, Albert Schwefer, Fritz Lenze, Franz Beilmann, Paul Schröer, Hubert Helnerus, Bernhard Köster, Johann Koßmann, Norbert Maatz, Constantin Bracht, Willi Schwefer, Caspar Trumpeter, Heinrich Kode, Adam Beckmann, Alois Becknnann und Willi Feldmann.

Der Besuch auswärtiger Sportfeste er­folgte mit pferdebespannten, grünge­schmückten Wagen. Den Höhepunkt des sportlichen Lebens brachte das in Abständen von 2 Jahren durchgeführte Vereinsfest. Eine selbständige Jugendabteilung grün­deten die Turner im Jahre 1913.

Der Turn- und Leichtathletikbetrieb im TV 1888 bekam in den Jahren 1908/1910 durch das inzwischen bekanntgewordene Fuß­ballspiel ernsthafte Konkurrenz. Schon bald spielte man unter den Mamen Fuß­ballclub „Adler" und bildete schließlich im Jahre 1911 mit der offiziellen Neugründung des „BV 09" einen eigenständigen Sport­verein in Freienohl.

Bei der nachlassenden Beteiligung im Turnbetrieb entschloss man sich schließlich, unter der Leitung von Lorenz Stirnberg im Jahre 1928 auch im Turnverein eine Fuß­ballabteilung zu gründen. Dagegen gingen die Aktivitäten der Turner und Leicht­athleten weiter zurück. Nach dem Zusammenschluss der beiden Vereine „TV 1888" und BV 09" im Jahre 1938 zum heutigen TuRa Freienohl blieben die großen Erfolge der Turner leider aus.

Viele unserer hoffnungsvollsten Turner mußten ihr Leben in den beiden Welt­kriegen lassen, so daß es nach 1945 für den Neuaufbau speziell bei den Turnern an geeigneten Übungsleitern und Betreuern mangelte. Die Leichtathleten konnten in den 50er und 60er Jahren durch die Übungsleiterar­beit der Sportkameraden Heinz Kerkmann und Lehrer Franz Demmel, sowie später durch die Lehrer Karl Gierich und Willi Maus einen lebhaften Aufschwung nehmen.

Die jungen Sportler wurden bereits in der Schule von den Lehrern für die Leichtath­letik begeistert. Zu den Trainingsstunden war es keine Seltenheit, wenn sich unter fachlicher Anleitung mehr als 50 Jugend­liche auf dem Sportplatz tummelten.

Die intensive Trainingsarbeit zahlte sich aus, denn den erfahrenen Übungsleitern gelang es schnell, die veranlagten Talente richtig aufzubauen und für die Wettkämpfe vorzubereiten. Zu den Sportfesten und Mei­sterschaften auf Kreis- und Verbandsebene konnten die TuRa-Leichtathleten vielfach mit 25 bis 30 Aktiven antreten. Zahlreiche Erfolge waren zu verzeichnen Die Spitzenathleten waren Lorenz Stirn­berg (jun.) und Karl-Heinz Milde, die über Jahre als Mehrkämpfer und Hochspringer zu Meisterehren kamen. Aber auch Ger­hard Schulte und Werner Folie konnten den Titel eines Kreismeisters erringen. Als einziger Teilnehmer unseres Vereins wurde Karl-Heinz Milde 1958 Sieger beim Deutschen Turnfest in München.

Das Paradestück der Leichtathletik-Abteilung waren 1961 die Feienohler Hoch­springer. Unser Dreigestirn Lorenz Stirnberg (jun.), Walter Köhne und Karl-Heinz Milde erreichten in diesem Jahr die respektablen Leistungen von 1.83, 1.83 und 1.86 Metern. Damit hatten sie sich bei den Hochsprin­gern in Westfalen gewaltigen Respekt ver­schafft, waren sie doch bei allen Veranstal­tungen unter den Ersten zu finden. Ja, darüberhinaus gab es in Westdeutschland keinen Verein, der drei Hochspringer von derselben Klasse aufzuweisen hatte. Ein stolzer Rekord und Beweis harter Trai­ningsarbeit.

Karl-Heinz Milde konnte 1963 seine Lei­stungen nochmals verbessern. Während seiner Wehrdienstzeit bei der Luftwaffe in Augsburg beteiligte er sich an den Meister­schaften des Kreises Augsburg und wurde hier 4facher Kreismeister im Hoch-, Weit-, und Dreisprung, sowie über 110 m Hürden. Im gleichen Jahr führte eine beachtliche Steigerung auf 1.91 m im Hochsprung zum Titel „Deutscher Luftwaffenmeister".

Mitte der 60er Jahre wurde das Bild bei den Leichtathleten immer düsterer. Nach dem Weggang von Lehrer Gierich als Rektor nach Lünen bzw. Marsberg, machte sich der ausbleibende Nachwuchs aus der Schule immer deutlicher bemerkbar. Hinzu kamen berufliche Veränderungen sowie Verletzungen bei den besten Athleten. Schließlich brachte der Mannschaftssport in den Abteilungen Fußball, Handball und Tischtennis für viele eine neue sportliche Betätigung. Nachdem Sportkamerad Willi Maus auch das Amt des Kreis­Leichtathletik-Obmanns übernommen hatte, fehlte unserer Abteilung eine ent­scheidende Persönlichkeit, so daß trotz vielfacher Bemühungen des Hauptvor­standes leider ein vorübergehender Still­stand im Turn- und Leichtathletikbetrieb unseres Vereins eintrat.

Ende 1976 konnte aus einem gescheiterten VHS-Kurs für Kinderturnen unter der Lei­tung von Frau Gisela Pfitzner eine MädchenZurngruppe gegründet werden. Diese Turngruppe konnte bis heute ständig ausgebaut werden. Frau Pfitzner versteht es bestens, die heutigen 3 Turngruppen, beginnend mit Kindern im Vorschulalter ab 2 Jahren, sowie weiteren Schüler- und JugendTurngruppen jeden Montag ab 14.00 Uhr in der Sporthalle mit einem inter­essanten und vielseitigem Turn- und Spiel­programm gut in Schwung zu halten.

Der frühzeitige Einstieg der Kleinkinder in eine regelmäßige sportliche Betätigung, Haltungsturnen, Gruppenspiele, Ballspiele und Bewegungen mit viel Spaß und Unter­haltung stehen im Vordergrund. Das erste Angebot unseres Vereins sollten alle Eltern nutzen und ihre Kleinkinder schon frühzeitig unserer „Mutter und Kind-Turngruppe" sowie der Eingangsschwimm­gruppe der Schwimmabteilung des TuRa zuführen.

Vertröstet werden mußten bis zum heutigen Tag alle Interessenten für Jugend- und Altersturngruppen bei den Frauen und Männern, denn trotz vorhandener Übungs­leiter war die Einrichtung entsprechender Turngruppen wegen fehlender Übungs­zeiten durch die Überbelegung der Sport­halle leider nicht möglich.

Im Rahmen einer Sportwerbewoche aus Anlaß des 90jährigen Vereinsbestehens standen beim Jubiläumsfestabend am 23. 9. 1978 in der großen Schützenhalle sport­liche Darbietungen des Deutschen Mei­sters Wattenscheid im „Turnen" sowie in der „Rhythmischen Sportgymnastik" im Vordergrund. An diesem Abend gab es auch viel Beifall für unsere Kinder-Turngruppe. Von den Kinder-Turngruppen konnten auch unsere Leichtathleten profitieren.

Ersten Anfangserfolgen bei den Stadtmei­sterschaften 1976 und 1977 durch 1. Plätze von Ilka Helnerus, Silvia Görgens, Bettina Rubarth und Barbara Görgens schloß sich unter dem erfahrenen Übungsleiter Werner Folie ein erfolgreicher Neuaufbau im Leichtathletikbereich an. Mit insgesamt 42 Aktiven nahmen wir 1978 an den Stadtmeisterschaften teil. Zum Bezirk&Turnfest und weiteren Leicht­athletik-Veranstaltungen waren wir eben­falls mit starken Teilnehmerfeldern ver­treten.

Durch die wachsenden Mitgliederzahlen sehen wir uns zu einer weiteren Ausdeh­nung unseres Trainings- und Wettkampf­programms verpflichtet. So wurde das ört­liche Sportangebot ab 1979 durch die Ausrichtung regelmäßiger Leichtathletik-Vereinsmeisterschaften sowie Übungs­tagen zur Erringung des Sportabzeichens erweitert.

Zu einer erfolgreichen Abteilungsarbeit haben sicherlich auch die seit 1981 durchgeführten Trainings-und Ferienlager in der Landessportschule Hachen sowie vor allem auf der Nordsee-Insel Borkum beigetragen.